| Pressemitteilung des German Network for Mental Health |
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Der alljährliche World Mental Health Day findet dieses Jahr am 10. Oktober statt. Er ist der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gewidmet. Mindestens 100 Länder werden sich an diesem Tag an entsprechenden Aktionen beteiligen. Die World Federation for Mental Health (WFMH), ein eng mit der World Health Organization (WHO), der UNESCO und anderen wichtigen transnationalen Organisationen kooperierender Partner, mit über 100 Mitgliedsländern, ist der Initiator des World Mental Health Day. Sie hat dieses Jahr die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt gerückt (www.wmhday.net <http://www.wmhday.net>). Als Kooperationspartner der WMHF will das German Network for Mental Health (GNMH) die deutschsprachige Öffentlichkeit auf diesen Tag aufmerksam machen. Alle Bürgerinnen und Bürger, Politiker, Medien und psychosoziale bzw. medizinische Dienste sind an diesem Tage aufgerufen, Aktionen durch zuführen, die dem Erhalt und der Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dienen. Zur Lage der Kinder und Jugendlichen Die Ursachen psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen sind vielfältig. Je nach Störungsbereich liegen erbliche Belastungen vor. Geschlechtsunterschiede spielen z. T. eine erhebliche Rolle. In jedem Fall aber sind es ungünstige soziale Rahmenbedingungen, die als Ursachen oder Krankheitsauslöser in Frage kommen: In erster Linie ist Armut und die damit einhergehenden Missstände als besonders bedeutsam anzusehen. Hinzukommen negative Vorbilder, belastende Milieus, Fehlen an Sorge und Zuwendung, kritische Lebensereignisse (Verlust von Bezugspersonen), mangelnde soziale Integration, etc.. Die Zahl der gefährdeten Kinder kennt man kaum; sie ist ungleich größer. Die Folgen psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen im Erwachsenenalter sind gravierend. Die Folgekosten ebenso. Psychische Störungen bei Kinder und Jugendlichen verursachen erhebliches Leid, auch bei den Angehörigen, und sie sind die Ursache von dauerhaften Behinderungen oder der Verkürzung der Lebenszeit. Suizid ist z. B. bei Jugendlichen die dritthäufigste Todesursache (4 Millionen Versuche, 100 Tsd. Suizide). Es wird geschätzt, dass ca. 30 % der beeinträchtigten Kinder im Erwachsenenalter schwere psychische Störungen haben werden. Diesem Elend steht ein unzureichendes Behandlungsangebot, aber auch ein
erhebliches Defizit an Präventionsangeboten gegenüber. Bestehende
Angebote, wie z.B. die von Beratungsstellen sind durch Streichungen gefährdet.
Bis zu 83 % der 14-17jährigen bleiben in der BRD unbehandelt. Mit
ca. 280 Tausend Beratungen bei Kindern und Jugendlichen wird schätzungsweise
höchstens 50% hilfsbedürftiger und zugleich als Risikokinder
zu bezeichnende junge Menschen erreicht. Solche die erreicht werden, leiden
mit 28 % unter Entwicklungsproblemen, 27% haben Schul- und Ausbildungsprobleme,
21% haben Probleme durch Trennung der Eltern und immerhin 3% werden wegen
sexuellem Missbrauch vorstellig! Signale Wichtige Signale sind: Überempfindlichkeiten, anhaltende Ärgerreaktionen, auffälliger sozialer Rückzug, häufiges sozial störendes oder sogar delinquentes Verhalten, starke Ängstlichkeit und Schüchternheit, Konzentrationsprobleme, plötzlicher Leistungsabfall. unerklärliche Veränderungen des Ess- und Schlafverhaltens, Suizidideen. Wenn man solche Zeichen sieht, dann sollte man sich in erster Linie an Erziehungsberatungsstellen, kinderpsychotherapeutische Dienste und niedergelassene Kinderärzte wenden. Auch Kinder oder Jugendliche selbst können und sollen sich an solche Dienste direkt ansprechen. In vielen Städten sind für sie auch Notfalltelefone eingerichtet worden. Forderungen Vor allem aber ist zu fordern, dass mehr einschlägige präventive Angebote zur Bekämpfung der Risikofaktoren von Kindern und Jugendlichen in entsprechenden Beratungsdiensten, in Kindergärten, Frühförderstellen, Schulen, Jugendzentren und freier Jugendarbeit angeboten werden. Die Bundesregierung hat ein gewichtiges Programm zur Gesundheitsförderung auch für Kinder und Jugendliche in Aussicht gestellt. Zwar steht dort der Erhalt der physischen Gesundheit im Vordergrund, jedoch fordern die meist für die psychische und physische Gesundheit gemeinsamen Risikofaktoren (z.B. Nutzung legaler Drogen) ein umfassendes Vorgehen zur Prävention von körperlicher und psychischer Krankheit. Einige wichtige Adressen: German Network for Mental
Health (GNMH) Bundeskonferenz fuer Erziehungsberatung
(bke): Arbeitsgemeinschaft für
Jugendhilfe: Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Deutscher Kinderschutzbundes
(DKSB) Bundesverband e.V.: Terre des Hommes Germany:
Verbände für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie (BKJPP) Adressen für Familien und Kindern bzw. Jugendlichen in Not: BundesArbeitsGemeinschaft
Kinder- und Jugendtelefon e.V. (BAG): Internationale Adressen National Institute of Mental Health (US) NSW HEALTH (New South Wales Health Department, Australia)
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